RATGEBER

Was kostet ein Verlobungsring?

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Ein Verlobungsring kostet bei uns in Gießen zwischen [PREIS VON] und [PREIS BIS] Euro, nach oben ist die Spanne offen. Den größten Anteil macht fast immer der Stein aus: Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff. Dazu kommen Material und Fassung des Rings. Eine allgemein richtige Summe gibt es nicht — nur die, die zu Ihnen passt.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Ein Verlobungsring besteht aus zwei Kostenblöcken, und sie sind unterschiedlich groß. Der Stein macht bei einem klassischen Solitär meist 60 bis 80 Prozent des Preises aus. Der Ring selbst — Material, Breite, Fassung, Arbeitszeit — bildet den Rest.

Das ist der Grund, warum zwei Ringe, die auf dem Foto gleich aussehen, im Preis weit auseinanderliegen können. Sie unterscheiden sich nicht im Gold, sondern im Stein.

Die vier C — und wo sich Sparen wirklich lohnt

Diamanten werden nach vier Merkmalen bewertet, den vier C. Für die Frage nach dem Preis ist wichtig zu wissen, welche davon man sieht und welche nicht.

Carat ist das Gewicht. Der Preis steigt nicht gleichmäßig, sondern springt an den runden Marken. Ein Stein knapp unterhalb einer solchen Marke ist deutlich günstiger als einer knapp darüber — den Größenunterschied sieht man mit blossem Auge kaum. Hier liegt die größte Ersparnis.

Colour beschreibt, wie farblos der Stein ist. Die oberen Stufen unterscheiden sich für das Auge praktisch nicht. In einer Fassung aus Gelbgold oder Roségold nimmt das warme Metall ohnehin etwas Farbe auf — eine Spitzenstufe zu bezahlen, lohnt sich dort selten.

Clarity meint Einschlüsse. Entscheidend ist, ob man sie ohne Lupe sieht. Was erst bei zehnfacher Vergrößerung auffällt, beeinflusst weder Aussehen noch Haltbarkeit.

Cut, der Schliff, ist das einzige der vier C, das der Mensch beeinflusst — und das einzige, an dem wir abraten zu sparen. Ein mittelmäßig geschliffener Stein wirkt stumpf, egal wie gut seine übrigen Werte sind. Ein sehr gut geschliffener Stein mit bescheidenen Werten funkelt dagegen.

Material und Fassung

Beim Ring selbst entscheidet zuerst das Metall. Gelbgold, Weißgold und Roségold liegen bei gleichem Feingehalt preislich nah beieinander. Platin kostet mehr — sowohl im Material als auch in der Bearbeitung, weil es härter ist.

Die Fassung wirkt sich weniger auf den Preis aus als auf den Alltag. Eine hohe Krappenfassung lässt viel Licht an den Stein, bleibt aber eher hängen. Eine Zargenfassung schützt und ist unauffälliger. Ein Memoire-Ring mit vielen kleinen Steinen kostet in der Summe oft mehr als ein Solitär mit einem größeren.

Die Regel mit den drei Monatsgehältern

Sie werden ihr begegnen: Ein Verlobungsring solle zwei oder drei Monatsgehälter kosten. Diese Regel ist keine Tradition, sondern eine Werbekampagne — entstanden in den 1930er Jahren in den USA, später auf drei Gehälter erhöht. Mit dem Wert einer Beziehung hat sie nichts zu tun.

Die nützlichere Frage lautet: Welchen Betrag können Sie ausgeben, ohne dass er Ihnen im nächsten halben Jahr fehlt? Innerhalb dieses Rahmens lässt sich fast immer etwas Schönes finden. Wir sagen Ihnen offen, was in Ihrem Rahmen möglich ist — und wo Sie für wenig Aufpreis spürbar mehr bekommen.

Was Sie zusätzlich einplanen sollten

Die Ringgröße passen wir nach dem Antrag kostenlos an; dafür gilt das ohne Bedingungen. Eine Gravur ist meist überschaubar. Wer den Ring später versichern möchte, braucht ein Wertgutachten — sinnvoll ab einem gewissen Steinwert, wir sagen Ihnen wann.

Und was oft vergessen wird: Der Verlobungsring soll später neben dem Trauring sitzen. Wer Höhe und Profil von Anfang an darauf abstimmt, spart sich hinterher eine Umarbeitung.