Was ist mein Gold wert? So wird der Preis berechnet
Der Wert Ihres Goldes ergibt sich aus drei Größen: dem Feingehalt (333, 585 oder 750), dem Reingewicht ohne Steine und Fremdteile und dem Goldkurs des Tages. Multipliziert man diese drei, erhält man den Materialwert. Jeder seriöse Ankauf rechnet so — und legt jede der drei Zahlen offen.
Erstens: der Feingehalt
Schmuckgold ist nie reines Gold, sondern eine Legierung — reines Gold wäre zu weich. Wie hoch der Goldanteil ist, steht meist als kleiner Stempel im Stück, am Ring innen, an der Kette nahe am Verschluss.
333 bedeutet 333 Tausendstel, also 33,3 Prozent Gold (8 Karat). 585 sind 58,5 Prozent (14 Karat), 750 sind 75 Prozent (18 Karat). Auch 375, 800 und 900 kommen vor. Der Unterschied ist erheblich: Ein 750er Stück enthält mehr als doppelt so viel Gold wie ein gleich schweres 333er Stück.
Fehlt der Stempel oder passt er nicht zum Stück, wird geprüft. Üblich ist die Strichprobe auf einem Prüfstein mit Prüfsäuren — ein Verfahren, das den Schmuck nicht beschädigt.
Zweitens: das Reingewicht
Gewogen wird in Gramm, aber nicht alles zählt. Abgezogen wird, was kein Gold ist: Steine, Perlen, Stahlfedern in Verschlüssen, Uhrwerke, Kittmasse in hohlen Stücken.
Deshalb kann ein schwerer Ring mit großem Stein weniger einbringen als eine leichte, aber massive Kette. Ein seriöser Ankauf trennt diese Bestandteile und sagt Ihnen, welches Gewicht er ansetzt.
Drittens: der Goldkurs
Der Goldpreis wird börsentäglich festgestellt und in Euro je Feinunze (31,1 Gramm) oder je Gramm angegeben. Er schwankt — teils deutlich innerhalb weniger Wochen.
Genau deshalb finden Sie auf dieser Seite keine konkreten Ankaufpreise: Jede Zahl, die wir hier nennen würden, wäre morgen falsch. Wer im Netz feste Eurobeträge je Gramm verspricht, sagt Ihnen entweder nicht, wann sie galten, oder rechnet mit einem großzügigen Abschlag.
Ein Rechenweg zum Mitrechnen
Die Formel lautet: Reingewicht in Gramm × Feingehalt × Tageskurs je Gramm Feingold. Eine 585er Kette mit 20 Gramm Reingewicht enthält also 20 × 0,585 = 11,7 Gramm Feingold. Diese 11,7 Gramm werden mit dem aktuellen Kurs multipliziert.
Vom so errechneten Materialwert geht beim Ankauf eine Spanne ab — sie deckt Prüfung, Scheidung des Metalls und die Arbeit. Wie groß sie ist, sollte man Ihnen sagen können. Wir rechnen Ihnen jeden Schritt vor Ort vor, bevor Sie sich entscheiden.
Wann sich Verkaufen nicht lohnt
Nicht jedes Stück ist als Altgold am besten aufgehoben. Bei Sammlermünzen kann der Liebhaberwert über dem Materialwert liegen. Bei Markenschmuck mit Zertifikat ebenso. Und manches Erbstück ist umgearbeitet mehr wert als eingeschmolzen — als Anhänger, als neuer Ring, als Stein in einer anderen Fassung.
Wir sagen Ihnen, wenn wir das so sehen. Ein Ankauf, bei dem Sie hinterher das Gefühl haben, etwas verschenkt zu haben, nützt niemandem.
Woran Sie einen fairen Ankauf erkennen
Drei Dinge sollten selbstverständlich sein: Es wird vor Ihren Augen geprüft und gewogen. Sie erfahren alle drei Zahlen — Feingehalt, Reingewicht, Kurs — und nicht nur eine Endsumme. Und es gibt keinen Zeitdruck: Ein faires Angebot gilt auch dann noch, wenn Sie es zu Hause überdenken.
Ein fester Ladenstandort gehört ebenfalls dazu. Bei Ankäufen in Hotels oder wechselnden Räumen gibt es niemanden, an den Sie sich später wenden können.