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Memoire-Ring: Bedeutung, Formen, Grenzen

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Ein Memoire-Ring ist ein Ring, dessen Schiene mit einer Reihe gleich großer Steine besetzt ist — beim Vollmemoire rundherum, beim Halbmemoire auf der oberen Hälfte. Der Name kommt vom französischen mémoire, Erinnerung. Wichtig zu wissen: Ein vollständig besetzter Memoire-Ring lässt sich in der Größe nicht mehr ändern.

Was ihn ausmacht

Beim klassischen Solitär trägt ein einzelner Stein den Ring. Beim Memoire-Ring läuft stattdessen eine Reihe gleich großer Steine über die Schiene — meist Brillanten, in gleichmäßigen Abständen gefasst.

Die Wirkung ist eine andere: Ein Solitär hat einen Blickpunkt, ein Memoire-Ring einen Lichtstreifen, der sich mit der Hand mitbewegt. Deshalb wird er gern zusätzlich getragen und nicht anstelle.

Die Steine sitzen je nach Machart in Krappen, in einer Kanalfassung zwischen zwei Stegen oder in einer Pavéfassung dicht an dicht. Die Kanalfassung ist die robusteste, weil kein Krappenende vorsteht, an dem man hängen bleibt.

Voll, halb, Drittel — die Formen

Vollmemoire. Steine rundherum, auch an der Unterseite. Er sieht aus jeder Richtung gleich aus, und man muss ihn beim Anziehen nicht drehen. Der Preis ist entsprechend, und die Steine an der Unterseite liegen an der Handfläche — dort, wo im Alltag am meisten passiert.

Halbmemoire. Steine auf der oberen Hälfte, unten eine glatte Schiene. Die mit Abstand häufigste Wahl: Man sieht denselben Lichtstreifen, zahlt weniger, und die Unterseite lässt sich später polieren, wenn sie zerkratzt ist.

Drittelmemoire. Steine nur auf dem oberen Drittel. Zurückhaltend, gut kombinierbar und der beste Kompromiss für alle, die im Beruf viel mit den Händen arbeiten.

Der wichtigste Punkt: die Größe

Ein Vollmemoire lässt sich nicht weiten und nicht enger machen. Es gibt keine Stelle ohne Steine, an der man die Schiene auftrennen könnte, und jeder Eingriff würde den Abstand zwischen den Fassungen verändern. Die Steine säßen danach nicht mehr gleichmäßig — oder gar nicht mehr fest.

Beim Halb- und Drittelmemoire ist eine Änderung möglich, aber begrenzt: Man arbeitet an der glatten Unterseite, und je nach Modell sind ein bis zwei Größen machbar. Mehr geht nicht, ohne dass der besetzte Teil sichtbar aus der Mitte rutscht.

Was das praktisch heißt: Die Größe muss beim Kauf stimmen. Nicht ungefähr, sondern genau. Lassen Sie an der Hand messen, an der der Ring getragen wird, und nicht morgens, wenn die Finger am schmalsten sind. Wie man richtig misst, steht im Beitrag Ringgröße messen.

Wer weiß, dass sich sein Gewicht bewegt oder eine Schwangerschaft ansteht, fährt mit einem Halbmemoire besser. Was bei Ringen überhaupt änderbar ist, steht unter Ring weiten lassen.

Wann man ihn schenkt

Es gibt keine Regel, aber wiederkehrende Anlässe: zur Geburt eines Kindes, zu einem runden Hochzeitstag, zur Silberhochzeit. In manchen Familien ist er der dritte Ring nach Verlobungs- und Ehering.

Häufig wird er auch als Beisteckring gewählt — ein schmaler Memoire-Ring, der neben dem Ehering sitzt und die Lücke zum Solitär schließt. Dann sollten alle drei Ringe zusammen ausgesucht oder wenigstens zusammen anprobiert werden: Ein hoher Solitär und ein gerader Memoire-Ring stehen nicht immer bündig nebeneinander.

Und ein praktischer Hinweis, der selten irgendwo steht: Zwei Ringe, die aneinander reiben, nutzen sich ab — das weichere Metall zuerst. Wenn Sie dauerhaft zwei Ringe an einem Finger tragen, sagen Sie das beim Kauf. Dann lässt sich beim Material und bei der Fassung darauf Rücksicht nehmen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Sitzen die Steine fest? Mit dem Fingernagel leicht über die Reihe fahren — nichts darf klicken oder sich bewegen.

Sind sie gleich groß und gleich hoch gefasst? Eine Reihe lebt davon, dass sie eine Linie bildet. Unterschiede sieht man sofort, wenn man den Ring schräg gegen das Licht dreht.

Wie hoch steht die Fassung? Je flacher, desto weniger bleibt man hängen. Wer mit den Händen arbeitet, ist mit einer Kanalfassung besser bedient als mit Pavé.

Was passiert, wenn ein Stein herausfällt? Fragen Sie danach, bevor Sie kaufen. Bei einer Serienfertigung lässt sich ein Stein derselben Größe nachfassen; bei einer Einzelanfertigung mit kalibrierten Steinen kann das aufwendig werden.