RATGEBER

Ehering verloren — was jetzt zu tun ist

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Suchen Sie zuerst dort, wo Ringe tatsächlich landen: im Bett, im Abfluss, in Handschuhen, Jackentaschen und im Auto zwischen den Sitzen. Prüfen Sie danach Ihre Hausratversicherung — verloren und gestohlen werden dort unterschiedlich behandelt. Ein Nachfertigen ist fast immer möglich: Modell, Größe und Gravur reichen dem Juwelier meistens aus.

Erst suchen — und zwar an den richtigen Stellen

Ringe gehen selten dort verloren, wo man sie sucht. Die häufigsten Fundorte sind erstaunlich gleich:

Im Bett. Zwischen Laken und Matratze, im Bettbezug, unter dem Kissen. Nachts werden Finger schmaler, und der Ring rutscht.

Im Abflusssiphon. Wenn der Ring im Waschbecken verschwunden ist, ist er meistens noch da. Das gebogene Rohr darunter hält Schweres zurück. Kein Wasser mehr laufen lassen, Eimer drunter, Siphon aufschrauben — das schafft man ohne Handwerker.

In Handschuhen und Ärmeln. Beim Ausziehen bleibt der Ring im Stoff hängen. Handschuhe umstülpen, Jackenärmel abtasten, Innenfutter prüfen — Ringe wandern durch Löcher in den Saum.

Im Auto. Zwischen Sitz und Mittelkonsole, in der Sitzschiene, im Fußraum unter der Matte.

Beim Sport und am Wasser. Kaltes Wasser lässt Finger schrumpfen. Wer beim Schwimmen oder im Meer den Ring verliert, merkt es oft erst Stunden später. Am Strand oder im Garten hilft ein Metalldetektor — viele Vereine und private Sondengänger suchen so etwas kostenlos oder gegen eine Spende.

Melden, solange es frisch ist

Im Fundbüro der Stadt melden, auch wenn es aussichtslos wirkt. Ringe mit Gravur werden häufiger zurückgegeben, als man denkt — der Name und das Datum innen machen ein Schmuckstück zu einem persönlichen Gegenstand, und das ändert das Verhalten von Findern.

Wenn der Ring in einem Geschäft, Restaurant, Hotel, Schwimmbad oder Fitnessstudio abhandengekommen ist, dort direkt nachfragen und die Beschreibung hinterlassen. Die meisten Häuser führen eine Fundliste.

Bei Diebstahl: Anzeige bei der Polizei. Ohne Anzeige zahlt keine Versicherung.

Die Versicherung — vorher nachlesen, nicht hoffen

Hier wird viel Falsches erzählt, deshalb ganz nüchtern: Ob und wie viel Sie ersetzt bekommen, steht in Ihrem Vertrag und nirgendwo sonst. Wir können Ihnen sagen, worauf Sie beim Nachlesen achten sollten.

Verlust und Diebstahl sind nicht dasselbe. Eine Hausratversicherung deckt in der Regel Einbruchdiebstahl, Feuer und Leitungswasser. Einen Ring, der einfach vom Finger gerutscht ist, deckt sie meistens nicht — dafür braucht es eine Zusatzvereinbarung.

Innerhalb und außerhalb der Wohnung ist nicht dasselbe. Viele Policen greifen nur zu Hause. Für unterwegs gibt es die Außenversicherung, oft mit eigener Obergrenze.

Es gibt Höchstgrenzen für Schmuck. Fast jede Hausratpolice deckelt Wertsachen auf einen Anteil der Versicherungssumme. Wer teuren Schmuck besitzt, muss ihn gesondert melden.

Was Sie brauchen: Kaufbeleg, Fotos, das Modell und möglichst ein Wertgutachten. Wer das erst nach dem Verlust sucht, hat ein Problem. Machen Sie heute Fotos von dem Ring, den Sie noch haben.

Nachfertigen — was wir dafür brauchen

In den meisten Fällen ist der Ring nicht verloren, sondern nur weg. Trauringe stammen aus Serien, die über Jahre geführt werden; oft lässt sich dasselbe Modell nachbestellen.

Am besten mitbringen: den zweiten Ring des Paares. Er trägt in der Regel Herstellerzeichen, Feingehaltsstempel und Modellnummer innen — damit ist die Sache meistens klar.

Sonst hilft: die Rechnung von damals, ein scharfes Foto der Innenseite, der Name des Geschäfts, in dem Sie gekauft haben, und der Wortlaut der Gravur.

Wenn nichts davon da ist, geht es trotzdem: Ein Ring lässt sich nach einem Foto und dem Partnerring nacharbeiten. Er wird dann kein Serienstück mehr sein, sondern eine Anfertigung — und das sollte man vorher wissen, weil es Aufwand und Preis verändert.

Zu Preis und Dauer sagen wir hier bewusst nichts. Beides hängt daran, ob das Modell noch lieferbar ist oder nachgearbeitet werden muss. Sie bekommen die Zahl, sobald wir den Partnerring in der Hand hatten — und dann gilt sie.

Damit es nicht wieder passiert

Größe prüfen lassen. Finger verändern sich über die Jahre. Ein Ring, der sich über den Knöchel ziehen lässt, ohne dass man zieht, ist zu weit. Das Nachmessen dauert eine Minute.

Ring abnehmen, wo er nichts zu suchen hat. Beim Sport am Gerät, beim Heben, im Meer, im Schwimmbad. Und dann nicht in die Hosentasche, sondern an einen festen Platz.

Innen gravieren lassen. Vorname und Datum genügen. Es ist der wirksamste Schutz, den es gibt — ein gravierter Ring wird zurückgegeben, ein glatter wird eingeschmolzen.